G – Unteres Werft
Der Bereich Unteres Werft ist in einem unansehnlichen Zustand – alte Gleisanlagen und ein Flickenteppich unterschiedlicher Belagmaterialien. Die Fläche ist zwar zugänglich, befindet sich aber im Besitz der Hafen GmbH und ist kein öffentlicher Weg. Temporäre Bespielungen durch das Hafenfest, das Steigerfest oder auch die jährliche Rhineside zeigen aber das Potenzial dieser Fläche für Uerdingen und auch den Wunsch der Uerdinger, diese Fläche stärker zu nutzen.
Durch eine gezielte Aufwertung des Rheinuferbereichs sollen die Anbindung an die historische Altstadt Uerdingens verbessert, der Zugang zum Rhein ermöglicht und das nahtouristische Potenzial ausgebaut werden.
Planungswettbewerb
Für die Umgestaltung wurde 2022 ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb durchgeführt. Im Vorfeld fand im September 2021 eine große Bürgerbeteiligung auf dem Werftgelände während der Rhineside statt. Die Anregungen sind in die Auslobung für den Wettbewerb eingeflossen.
Der Wettbewerb richtete sich an Bewerbergemeinschaften aus jeweils mindestens einem Landschaftsarchitekten und mindestens einem Verkehrsplaner. Die 15 teilnehmenden Büros waren aufgefordert, unter Beachtung der Rahmenbedingungen (Hochwasserschutz, Bebauungsplan Rheinblick, Nutzung des Hafens, Anbindung zum Uerdinger Stadtzentrum, Einbindung des Steigers usw.) Lösungen für eine Neugestaltung des Rheinufers als multifunktionale Freizeit- und Aufenthaltsfläche zu finden.
Das Preisgericht hat sich einstimmig für den Entwurf von Franz Reschke Landschaftsarchitektur mit Freie Planungsgruppe Berlin GmbH (beide aus Berlin) entschieden.
Wesentliche Planungsinhalte
- Lineare Stadtwerft
- Schlichte kraftvolle Gestaltung, Verwendung weniger Materialien: Ortbeton (= vor Ort betoniert), Naturstein Schotterstreifen
- Aufgänge auf den Deich und in die Wohnbebauung werden erkannt und integriert, teilt Gestaltung der Promenade in vielfältige Sequenzen
- Grünanlagen um den Altstadtkern werden angebunden
- Schmale grüne Fugen im Belag zitieren den Charme der Industriebrache
- Platz für Veranstaltungen mit Bühne
- Erhalt der Gleise mit erhöhtem Bauaufwand
- Möblierung mit unterschiedlich dimensionierten hölzernen Objekten schafft vielfältige Verweilangebote
- Geländer als Absturzsicherung zum Rhein
Beurteilung der Jury:
Die Bewahrung des Hafencharakters ist als Motiv der Arbeit klar erkennbar. Die Barrierefreiheit ist selbstverständlich ohne Hilfskonstruktionen, alle Nutzergruppen können das Untere Werft gut erreichen. Da sich in der Nähe ausreichende Spielangebote befinden, ist der Verzicht auf klassisches Gerätespiel nachvollziehbar; dennoch sind Möbel und Objekte für informelles Spielen und Bewegen nutzbar. Hochwasserereignisse kann die Gestaltung bewältigen. Die Herstellungskosten bewegen sich im gesteckten Rahmen, Pflege und Unterhalt erscheinen unproblematisch.
Alle Entwürfe wurden im Quartiersbüro und auf dem Unteren Werft während der RhineSide im Herbst 2022 ausgestellt.
Weitere Schritte
Aktuell wird die Vergabe der weiteren Planungsleistungen an das Siegerbüro vorbereitet.
Die Baukosten sollen in 2026 zur Förderung angemeldet werden, so dass 2028 der Baustart erfolgen kann.

















