Boris und Ulrike Brunnabend freuen sich sichtlich über den Abschluss der Fassadenarbeiten an ihrem Gebäude. „Ursprünglich wollten wir die Backsteinfassade des Hauses so wie sie ist erhalten und eine professionelle Reinigung durchführen lassen“, erläutert Boris Brunnabend. Für diese Arbeiten wurde ein Förderantrag über das Hof- und Fassadenprogramm beim Quartiersbüro Uerdingen gestellt. „Reinigung wird von der Förderung ebenso abgedeckt wie ein neuer Anstrich“, erklärt Quartiersmanagerin Regina Hermanns. Doch dann kam alles anders als gedacht. Wie Boris Brunnabend berichtet, hat die Fassadenreinigung trotz sorgfältiger Auswahl eines Anbieters und Probearbeiten am Ende nicht das gewünschte Ergebnis gebracht. Seine Frau Ulrike erklärt: „Also mussten wir komplett umdenken. Nach kurzer Ratlosigkeit und Enttäuschung haben wir dann beschlossen, die Fassade doch streichen zu lassen. Dafür haben wir eigens ein Farbkonzept erstellt, das nicht nur die ursprüngliche Farbe des Gebäudes, sondern auch die Umgebung aufgreift.“ So zeigt sich das Haus nun nicht nur in sandfarbenen Tönen, sondern Teile der Baukörper in basaltgrau und weinrot.
Förderung ermöglicht Finanzierung weiterer Arbeiten im Rahmen der umfassenden Sanierung
„Neben der generell sehr konstruktiven und unkomplizierten Zusammenarbeit mit dem Quartiersbüro hat uns vor allem gefreut, dass diese unvorhersehbare aber eben notwendige Änderung unserer Pläne für die Förderung kein Problem darstellte“, erzählt Ulrike Brunnabend. Der bürokratische Aufwand für den Erhalt der Förderung sei erfreulich gering, so die Hauseigentümerin. Sie rät allen Interessierten, einfach mal beim Quartiersbüro für eine unverbindliche Erstinformation anzurufen oder vorbeizugehen. Ihr Mann ergänzt: „Wir haben hier fast 40.000 Euro investiert, die Hälfte davon haben wir über die Förderung als Zuschuss bekommen. Das ermöglicht es uns jetzt, weitere Arbeiten an dem Gebäude zu finanzieren. Das Gerüst zur Anbringung einer Wärmedämmung des Anbaus steht bereits.“ Doch auch hinter der Fassade tut sich viel. Das Ehepaar Brunnabend, beruflich selbst in der Baubranche, zieht es auch privat nach Uerdingen. Derzeit nutzen sie das Erdgeschoss des Hauses als Büro, möchten aber bald auch ihren Wohnort hier am Rhein haben. Sie fühlen sich der Stadt seit Jahren verbunden, weil sie hier alte Freunde haben und Uerdingen für sie ein Stück Heimat bedeutet. „Wir wollen hier im Haus ein gemeinschaftliches Miteinander, zum Beispiel im Sinne eines Mehrgenerationen-Hauses. Hier können Jung und Alt zusammenwohnen und sich gegenseitig unterstützen. Das besondere an diesem Haus ist nämlich, dass es in den 70er Jahren bereits für ein solches Modell geplant wurde. Es ist erstaunlich barrierearm und hat z.B. einen Aufzug. Die bereits baurechtlich in den 70er Jahren genehmigte und genutzte Dachterrasse wird aktuell nach einem Wasserschaden für die gemeinschaftlichen Nutzung wieder hergestellt“, sagt Boris Brunnabend, den die Geschichte des Hauses fasziniert.
Hof- und Fassadenprogramm als ein Baustein des Stadtumbaus Uerdingen
Auch Anna-Kristina Knebel vom Fachbereich Stadt- und Verkehrsplanung freut sich darüber, wie gut das Hof- und Fassadenprogramm in Uerdingen ankommt: „Der Stadtumbau in Uerdingen wird maßgeblich durch Bundes- und Landesmittel, die sogenannte Städtebauförderung, unterstützt. Wir als Stadt setzen im Rahmen des Programms viele Maßnahmen zur Attraktivierung um, als Beispiele seien hier die Sanierung der Kronenstraße, der Umbau der Herberzhäuser oder der Spielplatz am Zollhof erwähnt. Ziel ist es jedoch auch, das gesamte Stadtbild aufzuwerten und private Investitionen anzustoßen. Hier ist das Hof- und Fassadenprogramm also ein wichtiger Baustein, um die gestalterische Qualität von Uerdingen noch besser zum Vorschein zu bringen“, so Anna-Kristina Knebel.
Beratung zur Förderung im Quartiersbüro
„Die Förderung steht für Gebäude im Stadtumbaugebiet zur Verfügung. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um den Altstadtkern zwischen Rheinufer und Bahnlinie, im Süden durch den Wallgarten begrenzt“, erläutert Quartiersmanager Dennis Zilske. Das Programm bezieht sich auf Wohngebäude, unter bestimmten Bedingungen können jedoch auch andere Immobilien gefördert werden. So haben beispielsweise die Uerdinger Burg, der Ruderclub und das neu eröffnete Schwimmwerk eine Förderung erhalten – bei letzterem wurde die Gestaltung des Außenbereichs gefördert. „Alle Informationen zum Hof- und Fassadenprogramm stellen wir als Quartiersbüro zur Verfügung. Interessierten können gerne einen Termin für eine Erstberatung mit uns vereinbaren und sich vorab unter www.stadtumbau-uerdingen.de informieren“, erklärt Dennis Zilske.
