Baukran und Container werden am Uerdinger Marktplatz aufgestellt
Der Umbau der historischen Herberzhäuser am Uerdinger Marktplatz geht in die nächste Phase. Ab Donnerstag, 26. März, werden ein Baukran und Container in der sogenannten „Hochzeitsnische“ am Standesamt aufgestellt. Damit beginnt das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) der Stadt Krefeld mit dem nächsten Bauabschnitt der umfassenden Sanierung und Erweiterung. In Kürze werden die Anbauten im Innenhof als Rohbau sichtbar werden.
In den vergangenen Monaten lag der Schwerpunkt auf der statischen Ertüchtigung im Inneren der denkmalgeschützten Gebäude Am Marktplatz 1 und 5. Dazu gehörten Arbeiten an Treppenanlagen, Balkonen sowie der Rückbau von Anbauten in den Innenhöfen. Für die nun anstehenden Maßnahmen werden der Baukran und die Container sicher eingezäunt. Entlang der Häuser wird ein Schutztunnel für Passanten eingerichtet, so dass die Fußgängerzone weiterhin sicher und ohne Einschränkungen passiert werden kann. Für Mitte des Jahres ist die Montage eines Fassadengerüstes mit Wetterschutz vorgesehen. Diese Hülle ermöglicht Arbeiten an den Walmdächern unabhängig von Regen und Wind. Sie bildet zugleich die Grundlage für die Sanierung der von Hausschwamm befallenen Dachkonstruktion.
Die jetzige Baustelle soll für rund 14 Monate bestehen bleiben. Während der Kernarbeitszeiten koordiniert ein Baulogistiker die Abläufe, so dass Lieferverkehre, Zugänge zu zentralen Einrichtungen und Notfallzufahrten jederzeit gewährleistet bleiben. Ergänzend bietet das ZGM weiterhin am letzten Freitag jedes Monats eine Bausprechstunde an. Sie findet von 13 bis 14 Uhr in der Alten Krefelder Straße 2 im ehemaligen Jugendamt statt.
Neben der umfassenden Sanierung der Bausubstanz der Häuser steht der Umbau des Komplexes zum Begegnungsort auf dem Plan. Entstehen sollen ein begrünter Innenhof, eine Stadtteilbücherei und Räume zur kulturellen Nutzung durch die Volkshochschule und die Musikschule. Ein Fahrstuhl wird eingebaut, ein gläserner Anbau soll viel natürliches Licht ins Gebäude bringen. Für die Sanierung hat der Rat insgesamt rund zwölf Millionen Euro bereitgestellt. Ein Großteil stammt aus der Städtebauförderung von Bund und Land.
Bei den Herberzhäusern handelt es sich um einen dreiteiligen Gebäudekomplex. Das linke Gebäude, vom Marktplatz aus gesehen, soll nach der Sanierung Verwaltungsstandort bleiben, unter anderem mit dem Bürgerbüro und einem Trausaal, der sich auch für kleine Empfänge eignet. Das rechte Haus – Adresse: Am Marktplatz 5 – erhält im Erdgeschoss eine neue Stadtteilbücherei. Die Räumlichkeiten im ersten und zweiten Stock können von der Volkshochschule und der Musikschule ebenfalls kulturell genutzt werden. Uerdingen erhält somit einen neuen „dritten Ort“, einen Platz des Zusammentreffens und des Austausches.
Bei der Sanierung ist die Untere Denkmalbehörde eng eingebunden, denn bei den Herberzhäusern handelt es sich um kunsthistorisch bedeutende Gebäude. Sie wurden vor rund 200 Jahren durch die Kaufmannsfamilie Herberz errichtet, die vor allem durch Produktion und Verkauf des damals knappen Gutes Zucker zu Wohlstand gekommen war. Der mutmaßliche Baumeister der Häuser, Adolph von Vagedes, ist in Krefeld kein Unbekannter, hat er doch die stadtprägende Konstruktion der vier Wälle in der Krefelder Innenstadt geschaffen (Quelle: Pressemitteilung der Stadt Krefeld).
Mehr Informationen zu der Baumaßnahme „Quartierszentrum in den Herberzhäusern“ finden Sie -> hier.